Werbung auf Pinterest
Interview mit Samuel Pemsel von SharpenMarketing

24.6.2020
Lesezeit ~ 11 Minuten

Der 16-jährige Samuel Pemsel ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Agentur “SharpenMarketing.” Als Vertreter der Gen Z ist Samuel der Meinung, dass Unternehmen viel offener für Neues sein sollten – dazu zählt auch das Soziale Netzwerk Pinterest. Im Interview verrät mir Samuel, was Pinterest besonders macht – und welche Erfolge er durch den Social-Media-Kanal bei seinen Marketing-Kampagnen erzielte. Lass dich von dem eindrucksvollen Wissen eines angehenden jungen Gründers inspirieren!

1) Für alle, die noch nicht viel mit Pinterest am Hut hatten. Worum geht’s bei Pinterest? 

Samuel: Pinterest ist offiziell ein soziales Netzwerk, auch wenn es eher ein Mix aus sozialem Netzwerk und Suchmaschine ist, auf welchem die Nutzer nach Bildern suchen und relevante Inhalte auf verschiedenen, selbst angelegten, Pinnwänden abspeichern können. Der Name „Pinterest“ ist ein Schachtelwort bestehend aus den englischen Wörtern „pin“ (=anheften) sowie „interest“ (=Interesse).

2) Was sind die Besonderheiten im Vergleich zu anderen Social-Media-Kanälen?

Samuel: Pinterest unterscheidet sich stark von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram, insbesondere aufgrund der veränderten Interaktionsart. Schließlich geht es bei Pinterest nicht unbedingt um die Interaktion zwischen einzelnen Nutzern, sondern um die Interaktion der Nutzer mit einzelnen Pins (Interessen). Außerdem steht der Inhalt bei Pinterest enorm im Vordergrund, sodass der Erfolg bei Pinterest ohne oder mit schlechtem Content meist aus bleibt.

Ein weiterer Unterschied ist die Langlebigkeit der veröffentlichten Beiträge. Auf Instagram scrollst du durch deinen Newsfeed und siehst Beiträge deiner Freunde – auf Pinterest hingegen scrollst du eher durch den „Für dich“-Feed und findest, losgelöst von den Profilen den du folgst, relevante Pins über Themen, welche dich interessieren. Ebenfalls ein großer Unterschied ist die Akzeptanz der Nutzer gegenüber Werbeanzeigen auf Pinterest, sofern die Anzeigen gut targetiert und einen gewissen Kundennutzen, also Inspiration oder Content haben.

Pinterest-Nutzer*innen sind offen für Neues und oftmals aktiv auf der Suche nach Marken, Produkten oder Lösungen zu ihren Problemen. 

3) Welche Zielgruppen erreicht man auf Pinterest besonders?

Samuel: Laut den Pinterest Audience Insights sind 69 % aller Nutzer weiblich, 25 % männlich und rund 6 % haben keine Informationen zu ihrem Geschlecht angegeben. In Deutschland nutzen jeden Monat über 7.000.000 Menschen, in Österreich mehr als 1.000.000 Menschen (ebenfalls in der Schweiz) das soziale Netzwerk pro Monat. Die letzten, von mir genannten Zahlen sind keine öffentlichen Zahlen, welche Pinterest veröffentlicht hat, sondern „nur“ aus dem Pinterest-Anzeigenmanager.

4) Für welche Branchen eignet sich Pinterest-Marketing?

Samuel: Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich Pinterest aktuell für jede Branche aktuell Pinterest lohnt. Dies liegt an der starken, organischen Reichweite, an den günstigen Preisen für Werbeanzeigen und an der noch geringen Konkurrenz. Nichtsdestotrotz lässt sich diese Aussage auch ein wenig eingrenzen: Pinterest lohnt sich insbesondere für B2C-Unternehmen, die visuelle Produkte oder Dienstleistungen an eine weibliche Zielgruppe verkaufen.

5) An welchen Kundenprojekten hast du gearbeitet und wie waren deine Erfahrungen?

Samuel: Unsere, wahrscheinlich bekannteste, Fallstudie ist eine organische Kampagne für ein KMU aus der Haustierbranche. In dieser Kampagne beschreiben wir, wie wir in 90 Tagen, ohne Ad- oder Media-Budget, 1.4 Millionen Impressionen über Pinterest generieren konnten, wodurch mehr als 40.000 qualifizierte Webseiten-Nutzer entstanden sind.

6) Welche Marketingziele werden deiner Meinung nach durch Pinterest-Marketing erreicht?

Samuel: Pinterest kann entlang der gesamten Customer Journey verwendet werden, wodurch man mit Pinterest die verschiedensten Marketingziele erreichen kann; so zum Beispiel auch den Aufbau von Reichweite und Sichtbarkeit, die Steigerung des eigenen Webseiten-Traffics oder auch Conversions wie Verkäufe oder Leads. 

7) Eignet sich Pinterest für das Marketing von KMUs und wenn ja warum?  

Samuel: Jein – diese Frage kann man so pauschal nicht beantworten. Nimm dir ein kleines lokales Unternehmen, wie eine lokale Bäckerei als Beispiel. Diese verfügt über wenig Content im Internet, verfügt über ein geringes Budget und vertreibt seine Produkte direkt an den Endkunden, ohne eine Webseite oder Online-Shop. Für den wird sich die aktive Pinterest-Nutzung nur gering lohnen.

Pinterest ist als ein weiteres soziales Netzwerk, zeitaufwendig und sollte regelmäßig und nicht “nebenher” bespielt werden. 

Falls dieses regelmäßige Bespielen nicht möglich ist, wird Pinterest nicht den gewünschten Return on Invest erbringen. Nichtsdestotrotz sollte einmalig eine kleinere Keyword-Analyse erstellt werden, auf welcher Basis das kleinere, lokale Unternehmen verschiedene Pins veröffentlichen und für die analysierten Keywords optimieren.

Samuel war zu Gast bei Zukunft Mittelstand und hat gezeigt, dass es nie zu früh ist mit Social-Media-Marketing durchzustarten.

Wow – mit 16 schon so viel Marketing Know-How? In dem Podcast von Zukunft Mittelstand erzählt Samuel, was ihn schon so früh dazu bewegte, sich für den geschäftlichen Zweig der Social-Media-Welt zu interessieren. Erfahre hier mehr über die Erfolgserlebnisse, Hürden und Herausforderungen eines angehenden jungen Gründers.

Du möchtest dich für dein individuelles Projekt direkt mit Samuel zum Thema Pinterest austauschen? Du möchtest erfahren, was die Gen Z bewegt und wie du sie erreichen kannst? Kontaktiere Samuel hier.

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