Tik Tok – Wer ist da?
Das soziale Netzwerk in dem deine Zielgruppe dich auf der Rolltreppe von Karstadt prankt

22.04.2020
Lesezeit ~ 12 Minuten

TikTok, der neue Stern am Social Media Himmel. Kein anderes Soziales Netzwerk wird derzeit in der Digitalbranche so heiß diskutiert. Die App aus China erobert den amerikanischen und europäischen Social Media Markt – und das rasant. Besonders Generation Z ist verantwortlich für das enorme Wachstum und hat TikTok zu ihrem digitalen Spielplatz erklärt.

Mittlerweile ist die Plattform nicht mehr nur bei seinen Nutzern beliebt, sondern erfährt auch bei Unternehmen und Marken Aufmerksamkeit. Du überlegst jetzt wie deine Marke auf den Zug aufspringen soll ohne sich die Beine zu brechen? Um Jules Winnfield aus Pulp Fiction zu zitieren: “Wenn du es machst, dann mach es cool.” Keine Sorge, das Wort benutzt auch die Generation Z noch. Ich habs gegoogelt.

Eltern verraten, welches ihrer Kinder sie öfter um Geld anbettelt. Kann man mit einem Roundhousekick eine Flasche öffnen? Und ist es möglich unter deinem Drink eine elegante Judorolle zu zeigen, ohne was zu verschütten? TikTok liefert dir Antworten auf Fragen die du dir nie gestellt hast…

Das geht auf TikTok

Für alle, die Tik Tok noch nicht kennen: Die App setzt auf kurze, selbstgedrehte Videos die mit eigenen Songs unterlegt werden. Die User sind kreativ und mutig, wobei sie häufig tanzen oder die Lippen synchron zu den Songs bewegen. Auf TikTok steht eine ganze Bibliothek zu Verfügung, um die Clips mit visuellen Effekten und AR-Filtern zu bearbeiten. So boxen die Nutzer bunte Schriftzüge weg, tauschen ihr Gesicht gegen ein Ei mit Mund und Augen, verwenden Timelapse, Fast Forward, Jump Cuts, Splitscreen… kurz: unzählige Editier-Methoden, die Erwachsene vielleicht nur aus TV-Produktionen kennen.

Mit Videoeffekten wie dem ‘Großkopf’ zeigen sich Daniel Aminati von Pro7 oder Bill Kaulitz ihren Fans mal “etwas anders”.

Jetzt aber Schluss mit lustig. Kommen wir zum Ernst der Dinge. Obwohl TikTok im ersten Moment kaum als seriöses Marketinginstrument erscheint, hat die App durchaus mehr zu bieten als eine verrückte Talentshow. Wir zeigen dir, wie du TikTok für dein Marketing und Employer Branding sinnvoll einsetzt- und an welchen Stellen du auch etwas vorsichtig sein solltest.

So lässt sich die Marketing-Nische TikTok erobern

“Hashtag-Challenges” sind ein gutes Mittel, um Reichweite und Sichtbarkeit zu erhöhen. TikTok fordert Nutzer mit einem beliebten Song oder Hashtag dazu auf, eigene Videos hochzuladen. Je kreativer, desto höher die Chance dass das Video viral geht. So ziehen Challenges eine Vielzahl an User-generierten Content.

Der Safthersteller Punica fragte: “Welcher Fruits-Charakter bist du?” und rief dazu auf, gemeinsam mit den Punica-Früchten im Splitscreen den Punica-Dance zu tanzen. Vier Influencerinnen komponierten ein passendes Lied für die Aktion. Punica konnte so zusätzlich noch mal Reichweite ernten. Nach einer Woche hatten mehr als 35.000 Nutzer*innen Videos zu der Punica Challenge hochgeladen. Insgesamt kam die Kampagne auf fast 40 Millionen Views.

Let’s dance! Personifizierte Punica-Früchte erreichten die Aufmerksamkeit der Generation Z.

Unter anderem feierten auch Samsung und H&M mit Hashtag-Challenges Erfolge. Aber wie sollte ich an TikTok rangehen, wenn mein Budget noch keine großen Kampagnen zulässt? Lohnt sich TikTok überhaupt als kleines oder mittelständisches Unternehmen? Na klar! Darum: 

Sei “First Mover” um deine organische Reichweite zu erhöhen

Nutze die Tatsache, dass TikTok sich noch in der Wachstumsphase befindet, um deine Brand Awareness zu steigern. Im Vergleich zu übersättigten sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook werden Tik Tok Nutzer noch nicht mit Ad-Content überladen. Dadurch, dass deine Postings sich auf weniger Nutzer verteilen, sind deine Nutzer noch recht empfänglich für deine Inhalte. 

Durch den Algorithmus von TikTok kannst du eine hohe organische Reichweite erzielen. Auch hier stellen sich Hashtag-Kampagnen unter Beweis, da sie die User zum Nachahmen animieren. Überrasche deine Zielgruppe auch durch dynamischen und tagesaktuellen Content: So passt sich das Möbelunternehmen Westwing beispielsweise der aktuellen Corona-Situation durch ein kurzes Video an, welches zeigt, wie man es sich im Home-Office durch Interieur gemütlich macht. Wenn du zusätzlich einen trendigen Song für deine Videos nutzt, hast du große Chancen, von den Nutzern gesehen zu werden.

TikTok, der kleine Klon von Instagram?

Musik und Hashtags, das kann doch auch Instagram, fragst du dich? Instagram Marketer sind gewohnt, ihre Follower gezielt anzusprechen. Für dein Marketing auf TikTok ist jedoch der “für dich feed” besonders wichtig: Menschen können über diese Funktion Inhalte konsumieren, ohne dabei anderen Accounts folgen zu müssen. Im Unterschied zu Instagram benötigen Sie nicht einmal einen eigenen Account, um sich stundenlang TikTok Videos anzusehen. Nutze diese geringe Einstiegshürde, um junge Zielgruppen auf dich und deinen Account aufmerksam zu machen und zur Interaktion anzuregen. 

Du siehst: Bei TikTok ist alles auf Viralität ausgelegt. Durch die offene Gestaltung des Kanals kann dein Content mit nur zwei Klicks ganz easy auf anderen Kanälen geteilt und verbreitet werden. Da beim Anschauen der TikTok-Videos der Ort der Aufnahme wiedererkannt wird, kannst du außerdem deine Inhalte viel regionaler ausspielen als bei Instagram. Wie du dein Instagram Marketing perfektionierst und von den neuesten Trends in 2020 profitierst, erfährst du hier.

Während Westwing auf TikTok zum Realitätscheck “behindthescenes” einlädt, geht es auf Instagram um eine möglichst attraktive, werbliche Außenwirkung.

Jetzt kennst du verschiedene Möglichkeiten, um auf TikTok Reichweite zu generieren. Es stellt sich die Frage, ob sich TikTok auch eignet, um als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen.

Bist du ein kreativer Arbeitgeber? Dann ist TikTok genau das Richtige für dich!

Du suchst die Aufmerksamkeit der Generation Z und willst im Employer Branding nicht den vorgetrampelten Weg deiner Mitbewerber nachlaufen. Dann komm mit. Zeige in deinen Videos, dass in deinem Team eine gute Atmosphäre herrscht. Hör dir an, was dein Team ausheckt und fordere es heraus seine schlummernde Kreativität zu entladen. Möglichst spontane Aufnahmen, die lustige Momente am Arbeitsplatz oder interessante Blickwinkel auf den Job zeigen. Was begeistert und belebt dein Team Tag für Tag? Zuletzt sorgten Unternehmen bei TikTok für Aufsehen, die unter dem Hashtag “IlovemyJob” hinter ihre werblichen Kulissen blicken lassen.

Hole die Mitarbeiter*innen ins Boot, die Lust auf eine TikTok Challenge haben und mit Spaß zu starken Botschaftern deiner Arbeitgebermarke werden. Gerade deine Praktikant*innen und Junior*innen sind selber Zielgruppe und wissen was momentan Trend ist. Auch benötigte Skills für eine Stelle lassen sich viel spannender als bei einer Stellenausschreibung durch deine eigenen Mitarbeiter*innen in Szene setzen. So inszeniert Westwing die Skills eines TikTok Managers und wendet sich dabei genau an die richtige Zielgruppe.

Risiken auf TikTok: don’t become a cringe!

Klar sollte in erster Linie sein, dass du dich mit dem Netzwerk vertraut machen und es verstehen musst. Setze es zielgruppengerecht ein, ältere Nutzer können schnell peinlich wirken. Versuchst du etwas zu sein, was du nicht bist, machst du dich nur lächerlich. Auf Social Media auch als #cringe (Fremdscham) bekannt. Wer nur Blödsinn macht und keine Botschaft besitzt, wirkt peinlich. Teile deinen Mitarbeitern mit, was erlaubt und was No-Go ist. Ansonsten gibt es keinen Grund, die App nicht zu installieren. Los geht’s!

Du brauchst noch etwas Starthilfe und Kreativideen oder eine Contentstrategie für deinen neuen TikTok Account? Spreche uns an oder schreibe uns auf LinkedIn!

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