Jodel
Schonungslose Ehrlichkeit.

13.05.2020
Lesezeit ~ 11 Minuten

Wenn du den Begriff “Jodel” bisher nur mit dem Almöhi und seinen Freunden verbindest, kannst du nun eine weitere Bedeutung in dein inneres Lexikon aufnehmen. “Jodeln” ist nämlich längst kein Phänomen mehr, das uns nur in den Bergen begegnet. Wer heutzutage Jodel spricht, ist vermutlich jung, gebildet und auf einer sozialen Plattform aktiv, die ehrlicher ist als alle anderen Sozialen Netzwerke. Auf kaum einem anderen Netzwerk geht es so meinungsfreudig, proaktiv und dennoch freundlich zu wie auf dem Berliner Startup Jodel. Ich zeige dir, was die App besonders macht – und welche Chancen sie für dein Marketing und Employer Branding bietet.

Was geht auf Jodel?

Nutzer posten einen Text (oder ein Bild) –  ein sogenannter Jodel –  auf eine digitale Pinnwand, auf den andere Nutzer reagieren können. Der Beitrag kann von anderen Nutzern in einem Radius von 10 Kilometern geliked und kommentiert werden. Jeder Jodel kann zusätzlich mit Hashtags versehen werden. Zum Beispiel wird der Hashtag #jhj = Jodler hilft Jodler, immer dann verwendet, wenn die Community sich gegenseitig aufruft, einander durch sinnvolle Kommentare zu helfen.

Was zählt, ist nur der Inhalt!

Im Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok gibt es auf Jodel keine Freunde und Follower. Es gibt also kaum Selbstdarstellung und Leistungsbeweise. Auf Jodel tritt jeder anonym auf – du brauchst also kein Profil um losjodeln zu können. Ohne Profilbild, Namen oder Informationen zum Autor (Jodler) liegt der Fokus auf den Inhalten. Du kannst also anonym Neuigkeiten, Veranstaltungen, Diskussionen und Witze in deiner Umgebung teilen und dich mit deiner lokalen Community austauschen.

Community Guidelines sorgen dafür, dass die anonymen Unterhaltungen respektvoll und freundlich bleiben.

Du denkst im ersten Moment, dass Jodel für Marketer ungeeignet ist? Schließlich führt das Anonymitätsprinzip auch dazu, dass keine User identifiziert und nach Zielgruppe angesteuert werden können. Außerdem ist die Reichweite der Inhalte durch die Ortung über das System beschränkt. Ich zeige dir, weshalb gerade diese Fakten spannend sind – und wie du die Sprache der auf Jodel vertretenen Zielgruppe sprichst.

Welche Zielgruppe ist auf Jodel unterwegs?

Das wirklich Besondere an Jodel sind die Nutzer*innen: Der Großteil (72 %) der Jodler sind zwischen 18 und 26 Jahren, wobei 57 % davon aus Student*innen und 31 % aus Young Professionals bestehen. Auf der Plattform findest du eine ungewöhnlich hohe Dichte an Akademiker*innen. Also genau die Zielgruppe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in ihrem späteren Leben über ein höheres Durchschnittseinkommen verfügt. Jodel bietet die Gelegenheit, diese kaufkräftige Zielgruppe in einer Lebensphase zu prägen, welche sich signifikant auf das spätere Konsumverhalten auswirkt.

Nur nicht so schüchtern – deine junge Zielgruppe möchte von dir auf Augenhöhe angesprochen werden.

Wenn du mit Jodel durchstarten möchtest, macht es Sinn, dir deine Junior*innen und Praktikant*innen ins Boot zu holen. Als Vertreter der Gen Y oder Gen Z sind sie selber Zielgruppe und wissen, welche Tonart dort gesprochen wird.

Du möchtest Studenten und Young Professionals von deiner Marke begeistern? Dann bring sie zum lachen!

Auf Jodel geht es vor allen Dingen um Spaß und Unterhaltung. So sagt Tim Schmitz, Co-Gründer von Jodel: “Jodel ist ein sehr junges Netzwerk und hat auch seine eigene Sprache. Die Werbung, die wir zulassen, sollte auch zu diesem Medium passen”.

Sixt geht als gutes Beispiel für eine erfolgreiche Kampagne auf Jodel voran: Der Autoanbieter möchte seinen neuen Carsharingdienst Sixt Share bewerben. Dieses Angebot soll mit günstigen Preisen und einer attraktiven Flotte junge, urbane Menschen überzeugen. Ziel der Kampagne ist es, Sixt Share “schnell und nachhaltig bei den jungen Münchnern bekannt zu machen.”

Mit dem bekannten Meme “BWL-Justus” und dem Slogan “Fahr wie ein Justus, zahl wie ein Kevin”, zeigt Sixt wie die richtige Zielgruppenansprache aussehen muss. Der “BWL Justus” ist eine Kunstfigur, die sämtliche Klischees über Studenten der Betriebswirtschaft auf sich vereint (“Gel-Frisur und Polohemd – BWL Student”). Die Anzeige ist auf den Münchner Raum beschränkt –  und in München soll es ja viele Studierende geben, die auf das Bild des BWL-Justus passen.

Schöne Zähne für das erste Date. Du möchtest deine Steuererklärung selber machen? Du möchtest günstig mobil sein? Die DFV, Taxfix & Sixt greifen in ihren Werbeanzeigen genau die Themen auf, die Student*innen beschäftigen.

Du siehst, dass sich Jodel besonders für Werbung mit lokalem Bezug eignet. Diese Hyperlokalität der App bietet auch Potentiale für dein Employer Branding.

Recruiting über Jodel.

Du möchtest junge Talente aus der Umgebung gewinnen? Ein großes Projekt steht vor der Tür steht und deine personellen Ressourcen sind zu knapp. Du brauchst Student*innen, um deinen Workload zu entlasten. Indem du eine Werbeanzeige (z.B. die digitale Litfaßsäule) auf Jodel platzierst, kannst du Student*innen in deiner Umgebung sofort gezielt erreichen.

Du kannst dir die digitale Litfaßsäule wie ebay-Kleinanzeigen vorgestellten –  nur sehr viel plakativer. Der Beitrag wird den Jodlern nach Wahl für eine, zwei oder fünf Stunden als jeweils vierter Beitrag im Stream angezeigt. Das Besondere: In diesem gebuchten Zeitraum kann im Umkreis von 10 Kilometern kein anderer die digitale Litfaßsäule buchen. Konkurrierende Einflüsse werden somit klein gehalten. Kommt die Werbung beim User allerdings nicht gut an, kann er diese downvoten. Als Konsequenz verschwindet diese Werbung sofort und erscheint auch nicht wieder. Du hast also eine sehr gute Möglichkeit zu testen, wie deine digitale Ad ankommt. Also: Sei kreativer, relevant und unterhaltsam.

Du möchtest eine ehrliche Meinung von dir als Arbeitgeber erfahren? Die Anonymität von Jodel macht es möglich!

Wenn Marken Jodeln kommt ein Echo von Studenten zurück. Anders als auf anderen Plattformen müssen Jodel-Nutzer weder Profilbild noch Identität über Namen zeigen, kein Posting kann auf das eigene Profil zurückgeführt werden. Jeder Posting-Ersteller wird einfach als “OJ” (Original Jodler) ausgegeben, ähnlich dem Namen “Anonymous” auf 4Chan. 

Und genau in dieser Anonymität liegt der Knackpunkt für dein Employer Branding: Wie wäre es, mal die Meinung zu dir als Arbeitgeber zu erfragen, so à la: “Na, hat schon jemand bei Siements gearbeitet? Wie hat es euch da gefallen?“ Du wirst dich wundern, was für ehrliche Antworten die anonymen Nutzer geben. Denn Community-Mitglieder auf Jodel nehmen kein Blatt vor den Mund.

Was macht dich als Arbeitgeber für Bewerber*innen interessant? Wie zufrieden sind deine Mitarbeiter*innen? Auf Jodel kommt die Wahrheit ans Licht.

Du möchtest losjodeln um junge Zielgruppen auf dich als Arbeitgeber aufmerksam zu machen oder um Angebote in deiner Umgebung zu bewerben? Wir unterstützen dich gerne! Sprich uns an oder schreib uns auf LinkedIn!

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