Influencer-Marketing
der einfachste Weg zur Reichweite?

29.04.2020
Lesezeit ~ 12 Minuten

Influencer- Es klingt ein bisschen wie Influenza. Influencer sind zwar viral, aber wenigstens nicht grippal ansteckend. Die meisten Influencer sind mit guten Absichten unterwegs. Sie möchten der Welt mitteilen, welcher Müsliriegel ihnen besonders gut schmeckt oder ob heute die weißen oder schwarzen Turnschuhe besser zu ihrem Outfit passen. Während früher die klassischen Medien entschieden haben, welches Produkt gerade angesagt ist, haben sich im digitalen Zeitalter YouTuber*innen und Instagrammer*innen einen festen Platz in der Medienwelt gesichert. Falls du bisher mit der Influencer Szene wenig am Hut hattest, möchte ich dich kurz abholen:

Worum geht’s beim Influencer-Marketing?

Gerade jüngere Zielgruppen reagieren kaum noch auf mehr oder weniger plumpe Werbebotschaften in TV und Print. An dieser Stelle kommen Influencer ins Spiel: Sie sind mit ihrem individuellen Content aktiv auf sozialen Kanälen unterwegs. Sprechen Sie sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung aus, empfindet ihre Community die Empfehlung weniger als störende Werbung und entwickelt ein Interesse, ähnlich wie bei Empfehlungen durch “echte” Kontakte. Influencer können für deine Zielgruppe Inspiration, Vorbild, glaubwürdiger Ratgeber und Meinungsführer sein und somit ihre Kaufentscheidung wesentlich beeinflussen. 

Influencerin Pamela Reif hat mit ihrer Leidenschaft für Fitness und gesunde Ernährung großen Einfluss auf ihre jungen Follower.

Welche Kanäle eignen sich fürs Influencer-Marketing?

Instagram: Auf Instagram zählt die Ästhetik des Bildes vor allen anderen Kriterien. Product-Placement, Look-Books oder auch die zeitweise Übernahme des Instagram-Kanals deines Unternehmens sind hier passende Marketingmöglichkeiten.

YouTube: Da das Videoportal gerade bei jüngeren Konsumenten mittlerweile eine gängige TV-Alternative ist, ist eine Kooperation mit einem YouTuber an dieser Stelle durchaus sinnvoll. Innerhalb so genannter “Hauls” präsentieren Influencer zum Beispiel Produkte, die sie kürzlich gekauft haben und erklären, warum sie sich für das beschriebene Produkt entschieden haben.

TikTok: Die Besonderheit von TikTok ist, dass durch die kreativsten und mutigsten Videos die größte Reichweite erreicht wird. Suche daher nach Influencern, die es verstehen, unterhaltsame Videos zu erstellen und biete ihnen die Möglichkeit, deine Marke auf außergewöhnliche Art zu inszenieren.

BMW will jungen Zielgruppen was bieten – und lässt TikTok Star Falco Punch tanzen.

Jetzt kennst du du einige Influencer-Marketing Varianten. YouTuber*innen und Instagrammer*innen haben eines gemeinsam: Sie sind in der Lage, ihre Follower für etwas Bestimmtes zu begeistern. Und zwar so:

Die Kunst der Influencer, deine Marke durch Storytelling zu emotionalisieren

Geschichten zeigen eine besondere Wirkung, weil sie uns einbeziehen und eine emotionale Bindung entstehen lassen. Wir beginnen, die Geschichte einfacher aufzunehmen und eigenständig mitzudenken. Unser Gehirn ist am aufnahmefähigsten, wenn wir neue Informationen mit bereits vorhandenen verknüpfen. Daher produzieren wir in unseren Köpfen Bilder, wenn wir besondere Geschichten rezipieren. Storytelling spricht also emotional an, weshalb wir automatisch beginnen, eine persönliche Verbindung herzustellen. Wir schreiben dem Inhalt eine besondere Bedeutung zu und lassen uns davon langfristig beeinflussen. So haben Stories einen viel größeren Erinnerungswert für deine Marke als eine einfache Produktbeschreibung. 

Genauso wie bei jeder guten Geschichte gibt es im Social-Media-Storytelling einen Protagonisten. Blogger*innen & YouTube*Sternchen nehmen diese Rolle ein: Sie sind die Hauptfigur ihrer selbst kreierten Geschichte. Follower begleiten ihre Lieblings-Blogger oder YouTuber über Monate oder sogar Jahre hinweg und beginnen, sich mit diesen zu identifizieren.

Instyle Chef-Redakteurin Kerstin Weng ist nicht nur in der Modebranche Trendsetterin und weiß, wie man durch Geschichten Geschichten weiterempfiehlt.

So viel zur Erfolgsformel der Influencer. Du fragst dich jetzt, wie du den passenden Influencer ausfindig machst, der deine Marke emotionalisiert? Ich zeige dir worauf es beim Match ankommt  – und warum du nicht unbedingt eine Kooperation mit einem bekannten Meinungsmacher brauchst.

Wähle einen Influencer, der zu deiner Zielgruppe und deinem Unternehmen passt

Definiere in erster Linie die Zielgruppe, die du erreichen willst. Denn alle weiteren Maßnahmen werden genau auf diese abgestimmt. Entscheide dich für einen Influencer, der genau die Kanäle bespielt, auf denen deine Zielgruppe aktiv ist. Schaue dir dafür an, wer seine Follower sind und über welche Themen sie sprechen. 

Grundsätzlich gilt: Der Meinungsmacher muss sich mit deinem Unternehmen und Themen identifizieren und sich nicht verstellen müssen. Dies ist Voraussetzung, um deine Produkte authentisch vorzustellen und zu bewerben. Berücksichtige deren Persönlichkeiten, das generelle Image sowie die Werte, die vertreten werden. Der schon publizierte Content ist ein guter Indikator dafür, welches Ergebnis bei einer Zusammenarbeit erwartet werden kann. Dies gilt sowohl für die Inhalte (Orthografie, Schreibstil, Bildqualität), als auch für das Erscheinungsbild eines Beitrags (Gliederung, Gestaltung, Einbindung von Medien). 

Die künftig wichtigsten Multiplikatoren im Content-Marketing: Microinfluencer- und Nanoinfluencer

Im Content-Marketing ist derzeit ein Wandel zu mehr Relevanz und Glaubwürdigkeit zu erkennen – Reichweite ist eben nicht alles. So geraten Mikro- und Nanoinfluencer als Marketingpartner in den Fokus: Micro-Influencer mit 5.000 bis 100.000 Followern fokussieren sich überwiegend auf ein spezifisches Interessensgebiet und stehen ihren Followern nah. Nano-Influencer mit bis zu 5000 Followern haben zwar eine begrenzte Reichweite, aber werden von ihrer Community als besonders glaubwürdig empfunden. Diese fühlt sich genau angesprochen und verstanden, wodurch die Kampagne umso wirkungsvoller wird. 

Microinfluencerin Verena Prechtl revolutioniert die Plus-Size Mode und zeigt ihren Followern, dass man sich auch mit Größe 48 schön anziehen kann.

Gerade als kleines oder mittelständisches Unternehmen ist es für dich sinnvoll, dich auf diese neue Spielregeln auszurichten. Micro- und Nanoinfluencer sind einerseits wesentlich kostengünstiger als Influencer Stars mit Millionen von Followern. Zum anderen passt die starke Spezialisierung der “kleineren Meinungsmacher” vielleicht perfekt zu deiner recht eingeschränkten Zielgruppe. Möchtest du zum Beispiel gezielt potentielle Kunden in deiner Umgebung erreichen? Dann wähle Influencer aus, die sich stark mit lokalen Themen auseinandersetzen und eine große regionale Bekanntheit haben. 

Beim Influencer-Marketing geht es also darum, seine Marke gegenüber relevanten Zielgruppen authentisch und glaubwürdig zu kommunizieren. Das gleiche Ziel verfolgt auch das Personalmarketing, weshalb eine Kooperation auch hier naheliegt.

Influencer als Sondereinsatzkommando für das Personalmarketing

Wo der War for Talents wütet, sind Personalmarker jederzeit auf der Suche nach neuen Ansätzen, die sie für potentielle Arbeitnehmer attraktiv machen. Und schon sind Influencer auch im Personalmarketing angekommen. Beispielsweise kann ein bekannter YouTuber einen Arbeitgeber besuchen und dort filmen. So kooperiert die Berliner Polizei mit dem YouTuber Aaron Troschke: Aaron schlüpft in die Rolle eines Polizeianwärters und vermittelt einen hautnahen Einblick in die Ausbildung der Polizei Berlin. Eine kreative Art und Weise, um Begeisterung für den Beruf zu wecken und Interessenten auf sich aufmerksam zu machen, oder?  

Was man nicht alles tut, um seine Follower hinter die Kulissen bei der Polizei blicken zu lassen, fragst du dich gerade, Aaron?

Brauchst du etwas Starthilfe, um den passenden Influencer für deine Marketing- oder Employer Branding Kampagne zu identifizieren? Wir unterstützen dich gerne. Sprech uns an oder schreib uns auf LinkedIn!

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