Human-Centered Design
Wir stellen den Mensch mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt

08.04.2020
Lesezeit ~ 10 Minuten

Ein Mindset

Um die Grundidee von Human-Centered Design zu verstehen, stell dir zunächst Folgendes vor: Du beobachtest, wie sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten, beispielsweise im Handyladen, während sie verschiedene Modelle vergleichen oder bei der Nutzung eines digitalen Services, wie beispielsweise der Buchung auf einer Hotelseite. Was du beobachtest nennt sich User Experience. Also das Verständnis dafür wie sich deine Zielgruppe fühlt, wenn sie beispielsweise von deiner Marke angesprochen wird. 

Basierend auf deinen Beobachtungen und gesammelten Daten entwickelst du benutzerfreundliche Produkte oder Dienstleistungen. Dabei interessiert uns vor allem welches Bedürfnis (Interest) den Menschen zu seiner späteren Entscheidung geführt hat, ein Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Das ist die Basis seines Handelns. Hinzu kommt seine Erfahrung (Experience) in der Interaktion mit dem Produkt oder der Dienstleistung und noch früher: seine Erfahrung in der (werblichen) Ansprache. 

Indem du die Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen erkennst, eröffnest du dir mehr Möglichkeiten, dass ein Angebot deines Produktes oder deiner Dienstleistung tatsächlich angenommen wird. Der Prozess des Human-Centered Designs identifiziert also den Nutzer als Fokus der Gestaltung und Entwicklung. Der Prozess des Human-Centered Designs kann in ganz unterschiedlichen Branchen und Abteilungen Anwendung finden.

So steht auch das Verhalten beim Möbelkauf bei Ikea im Mittelpunkt.

Analyse- und Feedbackprozess

Um dir zu zeigen, wie du die einzelnen Schritte des Prozesses selbst umsetzen kannst, stellen wir dir folgendes Fallbeispiel vor. Versetz dich in die Lage eines Teams, welches für ein Unternehmen eine mobile App für das bestehende Zeiterfassungssystem entwickeln möchte.

Bevor du mit deinem Team anfängst, die App zu entwickeln, sprichst du mit den zukünftigen Nutzern, in dem Fall die Mitarbeiter des Betriebs. Wie wurde die Zeiterfassung bisher gelöst? Was erwarten Sie sich von einer mobilen Anwendung? Es stellt sich heraus, dass viele Mitarbeiter sich eine möglichst einfache Handhabung wünschen. Neben den Bedürfnissen der Mitarbeiter musst du auch Budget- und Zeitvorgaben sowie die Anforderungen der Geschäftsführung berücksichtigen. Diese wünscht sich, das bisherige Zeiterfassungssystem beizubehalten und nur um eine mobile App zu erweitern.

Erst jetzt beginnst du mit der eigentlichen Ausarbeitung: Du stellst sicher, dass die Zeiterfassung mit drei Klicks abgeschlossen wird. Du beschränkst die Funktionen auf das Wesentliche, sodass alle Mitarbeiter mit der App zurechtkommen. Anschließend testest du mit den Mitarbeitern die App und integrierst deren Feedback in die weitere Ausarbeitung. Du holst dir für jeden Entwicklungsschritt Rückmeldung ein, bis die Anwendung eine optimale Lösung bietet.

Die mobile App ermöglicht eine nutzerorientierte und unkomplizierte Zeiterfassung.

Warum du Human-Centered Design für deine Projekte ausprobieren solltest

Die Vorteile, die du aus der Anwendung der Methodik gewinnst, liegen auf der Hand: Du steigerst die Zufriedenheit deiner Nutzer, da du sie von Beginn an in die Umsetzung einbeziehst. Du sicherst dir einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, welche nur fertige Produkte testet und verbessert. Das regelmäßige Feedback der Nutzer senkt außerdem das wirtschaftliche Risiko, was die Arbeitsatmosphäre entspannt und sich positiv auf die Kreativität deines Projektteams auswirkt.

Jetzt haben wir dir den Grundgedanke und die Vorteile von Human-Centered Design nahegelegt. In den letzten Jahren wurde Design-Thinking als der Aufsteiger unter den Technologietrends diskutiert. Immer mehr Unternehmen richten ihre Produkte und Dienstleistungen näher am Kunden aus. Human-Centered Design thematisiert jedoch bereits seit den 1990 Jahren eine umfassendere Nutzerorientierung.

Handelt es sich beim Design Thinking um die neue alte Kreativität?

Ja und nein. Bei beiden Ansätzen werden neben den eigentlichen Nutzern weitere Stakeholder, wie beispielsweise Entscheider im Einkauf in alle Phasen der Produkt-Entwicklung einbezogen. Auch folgen beide Ansätze interaktive Prozesse, bis ein optimales Ergebnis erzielt wird. Auch wenn Design Thinking formal in sechs verschiedene Phasen eingeteilt ist, gibt es viele Überschneidungen:

Beide Ansätze verfolgen außerdem ähnliche Methoden, um die Bedürfnisse und Eigenschaften der Nutzer zu analysieren: Die Strategie greift beispielsweise auf Personas in der Analyse zurück. Das sind hypothetische, aber sehr konkrete Beschreibungen eines typischen Nutzers. Für Gestalter wird es so leichter, sich in die tatsächlichen Nutzer eines Produktes hineinzuversetzen, ohne die Designentwicklung zu zerdenken.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Human-Centered Design und Design Thinking?

Die Ansätze unterscheiden sich vor allem in der Zielsetzung. Bei Human-Centered Design geht es darum eine hohe Nutzerfreundlichkeit deines Produktes zu gewährleisten. Design-Thinking steuert darauf, innovative und kreative Lösungen für komplexe Probleme zu entwickeln. Teams erarbeiten neue Produkte, Dienstleistungen aber auch Konzepte für die Lösung gesellschaftlicher Fragen. In Abgrenzung zu Human-centered Design werden Fragen beim Design Thinking häufig ganz neu entwickelt. 

Die Ansätze schließen sich nicht aus oder ersetzen sich. Identifiziere beispielsweise im ersten Schritt mit Hilfe von Design Thinking Visionen und kreative Lösungsansätze. Im zweiten Schritt führt Human-centered Design zu einer nutzerorientierten Zielsetzung. So stellst du sicher, dass aus deiner Idee eine Innovation entsteht, die dem Nutzer einen tatsächlichen Mehrwert bietet.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Zusammensetzung der Teams. Beim Design Thinking arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Fachbereichen lösungsorientiert auf Augenhöhe miteinander. In kreativen Umgebungen mit viel Platz visualisieren sie ihre unterschiedlichen Perspektiven durch Whiteboards und Post-its. Obwohl der Ansatz des Human-Centered Designs ebenfalls interdisziplinäre Teams fordert, zeigt die Praxis, dass den Prozess hauptsächlich “Usability Professionals” vorantreiben.

Design-Thinker lieben flexible Raumkonzepte mit viel Platz.

Eine umfassende Nutzerorientierung ist Voraussetzung für die Sicherung deiner Wettbewerbsfähigkeit

Im digitalen Zeitalter stehen Unternehmen unter einem immer höheren Wettbewerbs- und Budgetdruck. Es ist schlichtweg zu teuer, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das zum digitalen Ladenhüter wird, weil die Nutzer es zu kompliziert finden. Auch die Ansprüche der Kunden wandeln sich so schnell, dass wir neue Vorgehensweisen finden müssen, um diese zu verstehen. Was denken Kunden? Welche Bedürfnisse haben sie? Der Human-Centered Design Ansatz liefert eine Methode, um diese Fragen zu beantworten.

Du möchtest deine Ideen testen und schneller als die Konkurrenz lernen? Wir unterstützen dich bei deinem individuellen Projekt sowohl beim Human-Centered Design als auch beim Design Thinking. Spreche uns gerne an oder schreib uns auf LinkedIn!

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