Content-Marketing ist hoch ansteckend.
So impfst du deine Zielgruppe auf deine Marke.

20.05.2020
Lesezeit ~ 12 Minuten

Eines ist klar: Wer seinen Weg der Vorkrisenzeiten stumpf weiter trampelt und den allseits beliebten Redaktionsplan nicht längst in den Papierkorb verbannt hat, muss mit Einbußen rechnen. Lange Abstimmungs- und Kreationsprozesse sind aktuell fehl am Platz – und sollten durch kreative Ideen ersetzt werden. Agilität ist in Zeiten von Covid-19 wertvoller denn je. Nicht zuletzt, weil sich die Mediennutzung während der Krise geändert hat. Ich zeige dir die Potentiale eines dynamischen Content-Marketings in Krisenzeiten – und warum du „back-to-business“ und in Zukunft auf Content Marketing setzen solltest. Erinnern wir uns zunächst einmal kurz an den Grundgedanken des Content-Marketings zurück.

Worum geht’s beim Content-Marketing?

Beim Content-Marketing geht es darum, Inhalte zu kreieren, die deiner Zielgruppe einen Mehrwert bieten. Indem du deinen Kunden hochwertige, informative und unterhaltsame Inhalte bereitstellst, stärkst du Kundenbindung und Loyalität. Denn “nützliche” Inhalte werden positiver bewertet als werbliche Informationen. Wenn du entlang einer Customer Journey nützlichen Content zur Verfügung stellst, wirst du auch von potentiellen Neukunden öfter gefunden und kannst mit ihnen in Interaktion treten. Der Vorteil von Content-Marketing ist, dass du mit relevantem Content besser Vertrauen aufbauen kannst – und genau darin liegt während Covid-19 der Knackpunkt.

Illustration von Alissa Azureen für eine Aktion der United Nations Global “Call Out To Creatives – help stop the spread of COVID-19.”

Content ist King – insbesondere in Krisenzeiten

“Gerade in unsicheren Zeiten wie aktuell in der Corona-Krise sind starke Marken ein vertrauter Ankerpunkt, der Sicherheit gibt”, sagt Content Experte Olaf Kopp von SEM Deutschland. In Krisen suchen Menschen nach Informationen und werden nicht zuletzt über Google & Co fündig. Indem du dieses Informationsbedürfnis befriedigst, gewinnst du an Sichtbarkeit, Sympathie und Vertrauen bei potentiellen Kunden. Dies stärkt nachhaltig deine Position am Markt. Vergiss dabei auch deine bestehenden Kunden nicht. Stell dir die Frage: “Was empfehle ich meinen Kund*innen, was sie in ihrer aktuellen Situation tun können?” Inspiriere sie mit Life-Hacks, gebe Ihnen Handlungsempfehlungen, auf Basis von Expertenwissen. Nicht nur Hygiene-Tipps, die mittlerweile ausreichend vorhanden sind, versuche Inhalte zu senden, die thematisch sehr nah an deiner Marke sind, gleichzeitig aber auch den findigen Umgang mit Veränderung aufzeigen. Gerade jetzt, nachdem die erste Corona-Schockstarre überwunden ist und das öffentliche Leben langsam wieder hochfährt, solltest du mit deiner Community in Kontakt treten.

Bei dir geht’s “back-to-business”? Sei 1. aktuell – 2. kreativ – 3. relevant

Wir wissen alle um das Gebot: 1,50 Meter Abstand bitte! Digital ist das jedoch nicht nötig. Nutze Social Media Kanäle, um deinen Kunden zu signalisieren: “Ich bin wieder für euch da.” – Aktuell mehr denn je. Informiere über neue Produkte, deine Wiedereröffnung oder veränderten Öffnungszeiten. Beispielsweise kannst du die steigende Beliebtheit von Instagram-Stories nutzen. Durch den vielfältigen Einsatz von Bildern, Videos, Musik, Gifs und Filtern sorgst du in deiner Community für mehr Aufmerksamkeit. Dabei solltest du krisenbezogene Hashtags möglichst sparsam oder gar nicht verwenden. Die letzten Wochen zeigen, dass bei Beiträgen ohne Corona bezogene Hashtags die Engagement Rate 16 Prozent höher ist als bei Beiträgen mit krisenbezogenen Hashtags. Der Corona-Virus ist schon seit Wochen Thema Nummer eins ist – die Nutzer sehnen sich nach Alternativthemen.

So reagiert deine Zielgruppe auf Abwechslung vom bösen C-Wort.

Du möchtest deine Zielgruppe vom Corona-Virus ablenken? Setze auf unterhaltenden Content

Der „Global Web Index“-Bericht hat untersucht, wie Menschen ihren Medienkonsum infolge des Ausbruchs erhöht haben – und wie er sich je nach Generation unterscheidet. Beispielsweise konsumiert die Generation Z als jüngste untersuchte Generation deutlich mehr Videoinhalte online. Gerade TV- und Online-Videos –  insbesondere YouTube und TikTok –  sind bei jüngeren Nutzern beliebt. So bietet sich mit Blick auf die aktuell eher getrübte Stimmungslage zusätzliche Unterhaltung über TikTok an. Obwohl es wichtig ist, deine Zielgruppe über Pandemie-Updates auf dem Laufenden zu halten, helfen Alternativthemen, besser mit der aktuellen Situation umgehen. TikTok ist noch Neuland für dich? Da stehst du nicht alleine da – Wie du die App richtig einsetzt, um jüngere Zielgruppen zu erreichen, erfährst du hier.

Content-King Pablo Rochat wird u.a. von Apple, Netflix, Nike und der NY Times beauftragt. Auf seinen eigenen Kanälen testet @pablo.rochat kreative Inhalte mit maximalem Unterhaltungswert.

Influencer-Marketing baut Distanzen ab.

Nutzer verbringen aktuell mehr Zeit in sozialen Netzwerken und lassen sich von Influencern inspirieren. Die Audience ist nicht nur größer als sonst, sondern aufgrund der Ausnahmesituation auch stark emotionalisiert. „Der Großteil ist offen für positive Signale, Neuigkeiten und klare Botschaften“ sagt Ashwin Tschra, Geschäftsführer von inSocial Media. Jetzt schlägt die Stunde der Influencer. Sie können dich dabei unterstützen, deine Marke ins Gespräch zu bringen und Botschaften schnell an deine Zielgruppe zu verbreiten. Gerade für deine Wiedereröffnung eignet sich eine Influencer-Kooperation. Es ist wichtig nun Vertrauen aufzubauen, als Reaktion auf die globale Verunsicherung, ob man den Schritt in den lokalen öffentlichen Raum wieder wagen kann. Wie du den passenden Influencer für dein Unternehmen ausfindig machst, erkläre ich dir hier.

Das Leben verlagert sich gerade in die eigenen vier Wände – das schreit doch gradezu nach Einrichtungscontent. z.B. über Influencer wie @novalanalove für Westwing. Großartig auch die Kampagne von BBDO Instinct für IKEA Russland – mit großer Resonanz der Zielgruppe Eltern.

Du siehst: Investition in Content lohnt sich  – auch für die Zeit nach der Krise. Basierend auf den Beobachtungen der letzten Wochen werden folgende Dinge passieren, sobald die Krise vorüber ist.

Ein Blick in die Glaskugel: Was erwartet Marketer nach der Krise?

Die Covid-19-Pandemie zerschnitt die Routine von Konsumenten und auch die Marketingaktivitäten der Unternehmen über Nacht. Während es für Unternehmen möglich ist, digitale Kampagnen entsprechend anzupassen, ist dies bei traditionellen Kampagnen, wie Ambient- oder Printschaltung schwer umsetzbar – mit bereits vorproduzierten Materialien und langer Vorlaufszeit.

Unternehmen konnten im Gegenzug online sehr flexibel auf die neue Situation reagieren. Mit kreativen Ideen wie Life-Videos, Podcasts oder auch Webinaren blieben sie mit ihren Kunden in Kontakt. Beispielsweise hat der Jeans-Hersteller Levis schnell gehandelt, um die zuhause festsitzenden Fans zu unterhalten. Täglich wurden Online-Konzerte auf Instagram Live gestartet. Jeden Tag um 5:01 PM, ein Wink an seine charakteristischen Blue Jeans – streamt Levi’s einen Live-Auftritt eines seiner Markenbotschafter, darunter Snoop Dogg, DaniLeigh und Kali Uchis. 

Traditionalisten sprechen häufig davon, dass klassisches Marketing entscheidend für den Aufbau einer Marke ist. Doch die Reaktion auf das Virus zeigt deutlich, dass Content-Marketing diese Rolle ganz einfach übernehmen kann. Unternehmen werden somit in Zukunft einen noch stärkeren Fokus auf Social Media und den Aufbau von Communities legen. Beim Marketing geht es nicht nur darum eine Momentaufnahme der Zielgruppe in einer lang angelegten Kampagne anzusprechen, sondern vermehrt auch darum, auf wandelnde Kundenbedürfnisse einzugehen. Setze also auch zukünftig auf Content-Marketing, um deine digitale Präsenz zu erhöhen und um mit deiner Zielgruppe in den Dialog zu gehen.

Inwiefern hat Corona deine Marketing-Aktivitäten verändert? Auf welche Veränderungen müssen sich Marketer bei der “Rückkehr zum Alltagsgeschäft” einstellen? Sprich uns an oder schreib uns auf LinkedIn!

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